Solarpark: Rendite über 20 Jahre berechnen
Berechne die Rendite einer Solarpark-Beteiligung oder Eigeninvestition. Mit aktuellen EEG-Werten 2026 für Freiflächen-PV.
Erklärung
Solarparks (Freiflächen-PV) sind eine institutionelle Investmentklasse, die zunehmend auch Privatinvestoren über Bürgersolarparks, Genossenschaften oder Crowdinvesting offensteht. Größenordnungen: Kleinanlagen bis 750 kWp können noch Festvergütung (EEG) erhalten. Anlagen über 750 kWp gehen in Auktionen oder Direktvermarktung. Größenordnung typischer Bürgersolarparks 1–10 MWp, Investorparks 10–100 MWp. Investitionskosten 2026: 600–900 €/kWp All-in (Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung, Trafos, Netzanschluss, Genehmigung, Planung). Skaleneffekt: 1 MWp ca. 850 €/kWp, 10 MWp ca. 750 €/kWp, 50+ MWp ca. 650 €/kWp. Erträge: Süddeutschland Freifläche 1.050–1.150 kWh/kWp/Jahr, Mitte 980–1.050, Norddeutschland 920–990. Höher als auf Dächern, weil optimale Ausrichtung und Neigung möglich. Bifaziale Module (Strom auch von Rückseite) und Tracker-Systeme bringen 5–25 % Mehrertrag. Vergütung 2026: EEG-Auktion Solar Freifläche bis 750 kWp Festvergütung ca. 7,3 ct/kWh (Stand letzte Ausschreibung). Über 750 kWp Auktion mit Marktprämie, Zuschläge bei 5,5–6,5 ct/kWh. PPA (Power Purchase Agreement) mit Industrie/Stadtwerken: 7–9 ct/kWh über 10–20 Jahre. Direktvermarktung Spotmarkt: 4–6 ct/kWh durchschnittlich, sehr volatil. Kosten Betrieb: Pachtzins für Fläche 2.500–4.500 €/ha/Jahr. Bei 1 MWp/ha entspricht das 25–45 €/kWp/Jahr. Wartung, Versicherung, Reinigung, Sicherheitstechnik 8–15 €/kWp/Jahr. Verwaltung Gewerbesteuer ca. 5 €/kWp. Gesamt OPEX 35–60 €/kWp/Jahr. Wechselrichter-Tausch nach 12–15 Jahren: ca. 80 €/kWp einmalig. Beispiel-Rechnung 1 MWp Solarpark Süddeutschland: Investition 750.000 €. Ertrag 1.050.000 kWh × 7,5 ct = 78.750 €/Jahr. Pacht 35 €/kWp = 35.000 €. Wartung 12 €/kWp = 12.000 €. Cashflow 31.750 €/Jahr. Über 20 Jahre: 635.000 € Cashflow. Plus Restwert Anlage ca. 75.000 €. Gesamt-Auszahlung 710.000 € auf 750.000 € Investment = leicht negativ – aber EEG-Förderung läuft 20 Jahre, danach noch 5–10 Jahre Direktvermarktung. Realistische IRR: 4–7 % p.a. bei Bürgersolarparks, 7–10 % bei großen Investorparks (Skaleneffekt). Risiken: Vergütung sinkt bei Auktionen, Pachtkosten steigen, Wechselrichter-Defekte, Modul-Degradation. Wetterrisiko gering (langjährige Mittelwerte verlässlich). Für Privatanleger: Genossenschaften (Anteile 500–10.000 €), Crowdinvesting-Plattformen (econeers, GLS, EnerCity Crowd), geschlossene Fonds. Renditeerwartung 4–6 % nach Steuern, 20 Jahre Bindung typisch.
Häufige Fragen
Was kostet ein Solarpark pro kWp? +
Großanlagen 2026: 600–900 €/kWp All-in. Skaleneffekt: 1 MWp ca. 850 €/kWp, 50 MWp ca. 650 €/kWp. Inklusive Netzanschluss, Genehmigung, Bau.
Welche Rendite ist realistisch? +
Bürgersolarpark / Privatanleger: 4–6 % p.a. nach Steuern. Institutionelle Investoren: 7–10 % bei großen Parks mit PPA. Über 20 Jahre Bindung.
Wie hoch ist die EEG-Vergütung für Solarparks? +
Auktionsergebnisse 2025/26: 5,5–7,3 ct/kWh, abhängig von Region und Anlagengröße. PPA-Modelle 7–9 ct mit Industrie. Direktvermarktung Spotmarkt 4–6 ct.
Was ist eine Marktprämie? +
EEG-Bonus, der die Differenz zwischen Auktionswert und Spotmarktpreis ausgleicht. Beispiel: Auktionswert 7 ct, Spotpreis 4 ct → 3 ct Marktprämie. Sicherer Cashflow für Anlagenbetreiber.
Wie hoch ist die Flächenpacht? +
Aktuell 2.500–4.500 €/ha/Jahr für Solarparks (steigend, weil Konkurrenz mit Landwirtschaft). Bei 1 MWp/ha entspricht 25–45 €/kWp/Jahr OPEX. Pachtverträge meist 25–30 Jahre.
Lohnt sich Bürgersolarpark als Anlage? +
Konservativ. 4–6 % p.a. nach Steuern, sicher gegen Inflation, ESG-konform. Bindung 15–25 Jahre, Liquidität gering. Alternative: börsennotierte Erneuerbare-ETFs mit ähnlicher Rendite, mehr Flexibilität.