Photovoltaik-Amortisation: Wann hat sich die Anlage bezahlt?
Berechne, nach wie vielen Jahren sich deine Photovoltaik-Anlage rechnet – über Eigenverbrauch und Einspeisung ins Netz.
Erklärung
Eine Photovoltaik-Anlage rechnet sich heute schneller als je zuvor – durch gesunkene Modulpreise und gestiegene Strompreise. Beispiel: Eine 10-kWp-Anlage in Süddeutschland kostet aktuell 14.000–18.000 € (1.400–1.800 €/kWp inkl. Montage, Wechselrichter, MwSt-frei seit 2023). Sie produziert pro Jahr ca. 9.500–11.000 kWh. Davon nutzt eine vierköpfige Familie ohne Speicher etwa 25–35 % direkt selbst (Eigenverbrauchsquote), der Rest wird zu festen EEG-Sätzen ins Netz eingespeist. Mit einem Batteriespeicher (Aufpreis 5.000–10.000 €) steigt der Eigenverbrauch auf 60–80 %. Einspeisevergütung 2026 (Stand: EEG 2023, halbjährliche Degression): Anlagen bis 10 kWp – Teileinspeisung 7,94 ct/kWh, Volleinspeisung 12,60 ct/kWh. Anlagen 10–40 kWp – Teil 6,88 ct, Voll 10,56 ct. Die Vergütung ist für 20 Jahre gesichert ab Inbetriebnahme. Wirtschaftlichkeitsbeispiel: 10 kWp, 16.000 € Invest, 9.500 kWh Ertrag, 30 % Eigenverbrauch, 35 ct/kWh Strompreis, 7,94 ct/kWh Einspeisung → Eigenverbrauchsersparnis 2.850 kWh × 0,35 € = 998 € + Einspeisung 6.650 kWh × 0,0794 € = 528 € = 1.526 €/Jahr. Amortisation: 16.000 / 1.526 = 10,5 Jahre. Bei 25 Jahren Lebensdauer: 22.150 € Gewinn. Steuerlich: Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp ertragsteuerbefreit, der Kauf ist umsatzsteuerfrei (Nullsatz). Keine Anmeldung beim Finanzamt mehr nötig (außer Anmeldung im MaStR). Wichtig: Strompreis-Annahme und Einspeisevergütung-Degression beeinflussen das Ergebnis stark. Bei steigenden Strompreisen amortisiert die Anlage schneller, bei sinkenden langsamer.
Häufige Fragen
Wie lange amortisiert sich eine PV-Anlage typischerweise? +
Aktuell 9–14 Jahre, abhängig von Eigenverbrauchsquote, Strompreis und Standort. Mit Batteriespeicher leicht länger (höhere Investition, aber höherer Eigenverbrauch). Lebensdauer der Module: 25–30 Jahre.
Lohnt sich ein Speicher? +
Wirtschaftlich oft grenzwertig – ein Speicher kostet 800–1.200 €/kWh und macht die Amortisation 2–4 Jahre länger. Vorteil: höhere Autarkie (60–80 % statt 25–35 %), weniger Bezug aus dem Netz, Schutz vor steigenden Strompreisen.
Wie viel Einspeisevergütung gibt es 2026? +
Bei Inbetriebnahme 2026 (Stand EEG 2023, Degression): Anlagen bis 10 kWp Teileinspeisung 7,94 ct/kWh, Volleinspeisung 12,60 ct/kWh. Garantiert für 20 Jahre. Werte sinken halbjährlich um 1 %.
Sind PV-Anlagen steuerbefreit? +
Seit 2023: Anlagen bis 30 kWp auf EFH/Reihenhaus ertragsteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG), Kauf MwSt-frei (Nullsatz, § 12 Abs. 3 UStG). Auch Speicher und Wechselrichter steuerfrei. Anmeldung im Marktstammdatenregister bleibt Pflicht.
Welche Rolle spielt der Standort? +
Norddeutschland: 850–950 kWh/kWp Jahresertrag. Süddeutschland: 1.000–1.100 kWh/kWp. Optimale Ausrichtung Süd, 30° Neigung. Ost-West-Anlagen verlieren ca. 10–15 %, dafür gleichmäßigerer Tagesverlauf, höherer Eigenverbrauch.
Ist die Berechnung verbindlich? +
Nein, eine Schätzung. Schwankungen entstehen durch reale Wettererträge, Strompreis-Entwicklung, Verschattung, Modul-Degradation (~0,5 %/Jahr) und Wartungskosten. Werte ohne Gewähr, ersetzt keine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung.