Freiwillig in die Rentenversicherung 2026: Punkte sichern
Berechne deine zusätzlichen Rentenpunkte 2026 durch freiwillige Beiträge zur DRV. Mindestbeitrag ca. 100 € / Höchstbeitrag ca. 1.497 € pro Monat.
Erklärung
Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (DRV) sind eine oft übersehene, aber sehr lohnenswerte Möglichkeit, die spätere Rente aufzustocken oder Rentenansprüche aufrechtzuerhalten. Wer kann freiwillig einzahlen: Personen ab 16 Jahren, die nicht pflichtversichert sind und den festen Wohnsitz in Deutschland haben (oder Deutsche im Ausland). Klassische Anwendungsfälle: Selbstständige ohne Pflichtversicherung, Hausfrauen/-männer, Frührentner, Erbschaft erhalten und Rente verbessern wollen, Lücken im Versicherungsverlauf schließen. Beitragsspanne 2026: Mindestbeitrag: 100,07 € pro Monat (= 18,6 % von 538 € fiktivem Mindesteinkommen). Höchstbeitrag: 1.497,30 € pro Monat (= 18,6 % der BBG-West von 96.600 € / 12). Frei wählbar zwischen Min und Max. Rentenpunkte-Effekt: Pro Jahr Höchstbeitrag (17.967,60 € jährlich): ca. 2,14 EP. Pro Jahr Mindestbeitrag: ca. 0,12 EP. Beispiel: 500 €/Monat = 6.000 €/Jahr → 6.000 / 0,186 = 32.258 € fiktives Entgelt → 32.258 / 45.100 = 0,715 EP/Jahr. Bei 5 Jahren: 3,58 EP × 39,32 € = 140,72 € zusätzliche Monatsrente lebenslang. Investition: 30.000 €. Amortisation: bei 140,72 €/Monat × 12 = 1.689 €/Jahr → ~17,8 Jahre, bis sich die Beiträge amortisieren. Wer 85 oder älter wird, gewinnt. Wer früher stirbt, verliert (Witwenrente reduziert das Risiko). Steuerliche Behandlung: Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar (zusammen mit Rürup-Beiträgen bis 28.960 €/Person 2026 voll abzugsfähig). Wer 30 % Steuersatz hat: Reale Belastung von 6.000 € Beiträgen sinkt auf 4.200 €. Strategien: 1) Rente mit 5 Jahren Wartezeit aufbauen: Wer noch keine 60 Monate Versicherungszeit hat, kann mit freiwilligen Beiträgen die Mindestversicherungszeit erreichen → Anspruch auf Altersrente. 2) Letzte Jahre vor Rente Mindestbeitrag: Sichert 'aktuellen Versicherungsstatus' – wichtig für EM-Rente und Anrechnungszeiten. 3) Großverdiener: Höchstbeitrag in den letzten Berufsjahren – maximale EP-Generierung mit Steuerersparnis. Tipp: Nicht-Selbstständige sollten erst die bAV mit AG-Zuschuss ausnutzen, dann ggf. ETF, erst dann freiwillige RV-Beiträge erwägen. Für Selbstständige ohne sonstige Vorsorge: Klassische Empfehlung. Vereinfachte Schätzung. DRV-Bescheid maßgeblich. Ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Wer kann freiwillig in die DRV einzahlen? +
Alle ab 16, die nicht pflichtversichert sind: Selbstständige, Hausfrauen, ALG-II-Bezieher, Beamte (zusätzlich), Auswanderer.
Wie viel kostet das 2026? +
Min 100,07 €/Monat = 18,6 % auf 538 € Mindestbasis. Max 1.497,30 €/Monat = 18,6 % auf BBG. Beitragshöhe frei wählbar zwischen Min und Max.
Wie viele Punkte bekomme ich? +
Pro Jahr Höchstbeitrag: 2,14 EP. Pro Jahr Mindestbeitrag: ca. 0,12 EP. Berechnung: Beitrag / 18,6 % = fiktives Entgelt / Durchschnittsentgelt = EP.
Sind die Beiträge steuerlich absetzbar? +
Ja, als Sonderausgaben (zusammen mit Rürup bis 28.960 €/Person 2026 voll abzugsfähig). Großer Steuervorteil bei hohem Steuersatz.
Lohnt sich das gegenüber ETF? +
Nur bei sehr hohem Steuersatz und langer Lebenserwartung. Reine Rendite oft nur 1,5–3 %. Aber: Inflationsanpassung + Witwenschutz + Steuerersparnis.
Mindestversicherungszeit auffüllen? +
Wer keine 5 Jahre Beitragszeit hat (Mindestwartezeit für Altersrente), kann mit freiwilligen Beiträgen aufstocken. Sehr empfehlenswert.
Sind die Werte verbindlich? +
Nein – Vereinfachte Schätzung. Mindest-/Höchstbeitrag 2026 vorläufig. DRV-Bescheid maßgeblich. Ohne Gewähr.