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Haus & Bauen

Heizleistung pro Raum bestimmen

Wie viel Watt Heizleistung braucht jeder Raum? Aus Fläche und Standard ergibt sich die Norm-Heizleistung.

Ergebnis
Erforderliche Heizleistung
Heizlast in kW
Heizkörper-Empfehlung (75/65/20 °C)
Fußbodenheizung @ 35 °C Vorlauf

Erklärung

Die Norm-Heizlast pro Raum ist die Grundlage für die Auswahl von Heizkörpern, Fußbodenheizung-Verlegung und letztendlich die Auslegung der Zentralheizung. Genau berechnet wird sie nach DIN EN 12831 mit U-Werten, Lüftungsverlusten, Norm-Außentemperatur (regional unterschiedlich -10 bis -16 °C) und Norm-Innentemperatur. Für eine erste Abschätzung reicht die Faustformel: Fläche × spezifische Heizleistung × Korrekturfaktoren. Norm-Innentemperaturen nach DIN EN 12831: - Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer: 20 °C - Kinderzimmer: 22 °C (oft fühlt sich wärmer angenehmer an) - Bad, WC: 24 °C (für Komfort beim Duschen/Wickeln) - Flur, Diele: 18 °C - Treppenhaus, Hobbyraum: 15 °C - Keller, Hauswirtschaftsraum: 12 °C - Garage: 10 °C (in der Regel nicht beheizt) Spezifische Heizleistung pro m² nach Gebäudestandard: - Unsanierter Altbau (vor 1977): 100-150 W/m² - Altbau teilsaniert: 70-90 W/m² - EnEV / saniert (1995-2014): 50-70 W/m² - Neubau ab 2014 / KfW-70: 30-45 W/m² - Passivhaus / KfW-40+: 15-25 W/m² Korrekturfaktoren für Raumlage: - Innen liegender Raum (alle 4 Wände grenzen an beheizte Räume): -15 % weniger Heizlast - Eine Außenwand (Standard): 1,0 - Ecke mit 2 Außenwänden: +10-15 % - Eck unter Dach mit Boden über Keller: +25 % (mehrere Übergänge nach außen) Korrekturfaktor für Raumtemperatur: höhere Innentemperatur bedeutet größere Differenz zur Außenluft. Bei -12 °C Norm-Außentemperatur: Wohnzimmer 20 °C → ΔT 32, Bad 24 °C → ΔT 36 (12,5 % mehr Heizlast). Der Rechner berücksichtigt das. Beispiel Bad 8 m², saniert, eine Außenwand: 8 × 60 W/m² × 1,0 × (24-(-12))/32 = 540 W. Das Bad braucht also einen Heizkörper, der bei Norm-Auslegungstemperatur 540 Watt liefert. Heizkörper-Auswahl: Heizkörper werden meist in 75/65/20 °C-Auslegung angegeben (75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf, 20 °C Raum). Wer eine moderne Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur fährt (z.B. 55/45/20 für Brennwert oder 35/30/20 für Wärmepumpe), bekommt vom selben Heizkörper deutlich weniger Leistung. Faustregel: - 75/65/20 → 100 % der Datenblattleistung - 55/45/20 → ca. 50 % der Datenblattleistung - 35/30/20 → ca. 15-20 % der Datenblattleistung Darum ist beim Wechsel auf Wärmepumpe oft der Tausch der Heizkörper auf größere Modelle nötig – oder besser: Fußbodenheizung. Der Rechner liefert eine Empfehlung für Heizkörper-Datenblattwert mit 20 % Reserve – also bei 540 W Heizlast einen Heizkörper mit 650 W laut Datenblatt 75/65/20. Fußbodenheizung: gibt typisch 60-80 W/m² Heizleistung bei 35 °C Vorlauftemperatur und 22 °C Raum. Bei Bädern oft mit größeren Verlegeabständen oder Trittschallplatten. Faustregel: bei sanierter Hülle reicht FBH alleine, in Altbauten oft kombiniert mit zusätzlichem Heizkörper im Bad als Boost. Der Rechner gibt die FBH-Heizleistung bei 35 °C als Plausibilität. Wichtig: Dieser Rechner ist Plausibilität. Für die echte Auslegung einer Heizung machen Energieberater oder Installateur die Berechnung nach DIN EN 12831 raumweise – Pflicht für jede Heizungsneuauslegung und für BEG-Förderung. Kosten 250-700 €.

P = A \times q_{\text{spez}} \times f_{\text{Lage}} \times f_{\text{Temp}}

Häufige Fragen

Wie viel Watt pro m² Heizleistung? +

Altbau unsaniert: 100-150 W/m². Saniert/EnEV: 50-70 W/m². Neubau: 30-45 W/m². Passivhaus: 15-25 W/m². Korrektur für Raumtyp (Bad mehr) und Lage (Eckraum mehr).

Welcher Heizkörper für mein Bad? +

Bad 8 m² in saniertem Altbau: ca. 540 W Heizlast. Heizkörper-Datenblatt mit 20 % Reserve: 650 W bei 75/65/20. Bei niedriger Vorlauftemperatur (Wärmepumpe) entsprechend größer dimensionieren.

Reicht eine Fußbodenheizung allein? +

Bei sanierter Hülle (40-60 W/m² Heizlast) reicht FBH meist. Im Altbau mit 80+ W/m² oft Heizkörper als Boost. Bäder bekommen häufig zusätzlichen Handtuchheizkörper, weil FBH unter Wanne/Möbeln nicht wirken kann.

Warum muss ich für die Wärmepumpe Heizkörper tauschen? +

Wärmepumpen arbeiten effizient nur mit niedriger Vorlauftemperatur (35-45 °C statt 75 °C). Alte Heizkörper liefern bei 35 °C nur 15-20 % der Datenblattleistung. Größere Heizflächen oder FBH gleichen das aus.

Wie hoch ist die Norm-Innentemperatur? +

Wohnzimmer/Schlafzimmer 20 °C, Kinder 22 °C, Bad 24 °C, Flur 18 °C, Treppenhaus 15 °C. Diese Werte sind Auslegungstemperaturen für Heizkörper – tatsächlich gewünschte Komforttemperatur kann darüber liegen.

Was sind die Norm-Außentemperaturen? +

Regional unterschiedlich: Hamburg/Köln -10 °C, Berlin/Frankfurt -12 °C, München -16 °C, Garmisch -18 °C. Diese Werte werden in DIN EN 12831 verwendet, sind statistisch alle 20 Jahre erreichte Tiefstwerte.

Reicht dieser Rechner für die Auslegung? +

Als Plausibilität ja. Für die offizielle Heizlastberechnung (Pflicht für BEG-Förderung) braucht es eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 mit U-Werten und Lüftungsverlusten. Energieberater 250-700 €.

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