Eigenverbrauchsquote der PV-Anlage berechnen
Wie viel Prozent deines selbst erzeugten PV-Stroms nutzt du direkt im Haushalt? Die Eigenverbrauchsquote zeigt es – sie ist der wichtigste Wirtschaftlichkeits-Hebel.
Erklärung
Die Eigenverbrauchsquote misst den Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms, der im eigenen Haushalt verbraucht wird – im Gegensatz zur Einspeisung ins öffentliche Netz. Sie ist der zentrale Hebel für die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage. Hintergrund: Eine selbst verbrauchte kWh spart den vollen Strompreis (2026 ca. 32 ct/kWh), eine eingespeiste kWh bringt nur die EEG-Vergütung (2026 ca. 7,94 ct/kWh bei Anlagen bis 10 kWp). Der Spread beträgt also 24 ct pro kWh – für jede zusätzliche kWh Eigenverbrauch sparst du mehr als bei jeder eingespeisten kWh. Typische Werte: Ohne Speicher 25–35 %, weil PV mittags den meisten Strom liefert und der Hauptverbrauch morgens und abends stattfindet. Mit Batteriespeicher 60–80 %, weil Mittagsstrom für den Abend zwischengespeichert wird. Mit Wärmepumpe + E-Auto + Speicher bis 90 % möglich. Berechnung: Eigenverbrauchsquote = Eigenverbrauch (kWh) ÷ PV-Gesamterzeugung (kWh) × 100. Beispiel: Anlage erzeugt 9.500 kWh, davon 3.000 kWh selbst verbraucht, 6.500 kWh ins Netz eingespeist → Quote 31,6 %. Wege zur Steigerung: 1) Batteriespeicher (5–10 kWh) – größter Hebel, hebt Quote auf 60–80 %. 2) Lastverschiebung – Wasch-/Spül-/Trockenmaschine über Smart-Plug zur Mittagszeit. 3) Wärmepumpe + Heizstab im Pufferspeicher – Mittagsstrom in Wärme wandeln. 4) E-Auto laden zwischen 11–15 Uhr (PV-Überschussladen). 5) Klimaanlage/Splitgerät bei Hitze tagsüber. Wichtig: Die Eigenverbrauchsquote (Anteil an Erzeugung) ist nicht der Autarkiegrad (Anteil am Verbrauch). Beide werden oft verwechselt. Eine Anlage kann 80 % Eigenverbrauchsquote haben, aber nur 50 % Autarkie – und umgekehrt. Wirtschaftlich relevant ist primär die Quote, weil sie direkt die Ersparnis bestimmt. Steuerlich: Eigenverbrauch aus Anlagen bis 30 kWp ist seit 2023 steuerfrei, Anmeldung im MaStR Pflicht.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Eigenverbrauchsquote? +
Ohne Speicher 30 % gut, 35 % sehr gut. Mit Speicher 65 % gut, 75–80 % sehr gut. Über 80 % nur mit großem Speicher und konsequenter Lastverschiebung erreichbar.
Wie steigere ich die Quote ohne Speicher? +
Verbrauch in die Mittagszeit verlegen: Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner per Zeitschaltuhr oder Smart-Home auf 11–15 Uhr. Heizstab im Warmwasserspeicher mit PV-Überschuss. E-Auto-Laden tagsüber.
Macht ein Speicher die Quote rentabel? +
Nicht zwingend. Speicher kosten 700–1.000 €/kWh und sparen 24 ct pro zusätzlich eigenverbrauchter kWh. Bei 5 kWh Speicher ca. 800 zusätzliche Eigenverbrauchs-kWh/Jahr – Mehrertrag 192 €/Jahr, Amortisation 25–30 Jahre.
Eigenverbrauchsquote vs. Autarkiegrad – was ist der Unterschied? +
Eigenverbrauchsquote = wie viel der Erzeugung selbst genutzt wird. Autarkiegrad = wie viel des Verbrauchs durch PV gedeckt wird. Beide unabhängig voneinander, beide wichtig.
Lohnt sich Eigenverbrauchsoptimierung steuerlich? +
Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp ertragsteuerfrei. Eigenverbrauch wird steuerlich nicht mehr als Entnahme bewertet. Höherer Eigenverbrauch = höhere Ersparnis, ohne Steuernachteil.
Werden auch Wärmepumpe und E-Auto eingerechnet? +
Ja, jeder Strom, der aus der PV direkt verbraucht wird – egal ob Kühlschrank, Wärmepumpe oder Wallbox. Wallbox mit PV-Überschussladen erhöht die Quote besonders stark im Sommer.