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Arbeit & Soziales

Direktversicherung 2026: bAV-Variante mit §3 Nr. 63 EStG

Berechne deine Direktversicherung – die Standard-bAV-Variante mit Steuer- und SV-Vorteilen 2026.

Klassiker meist 1-2 %, fondsgebunden 4-6 %

Ergebnis
Netto-Aufwand pro Monat
Gesamtbeitrag mit AG-Zuschuss
Endkapital geschätzt
Lebenslange Rente (Faktor 25)

Erklärung

Die Direktversicherung (DV) ist der häufigste Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Über 90 % aller bAV-Verträge in KMU sind Direktversicherungen. Funktionsweise: Der Arbeitgeber schließt einen Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag auf das Leben des Arbeitnehmers ab. Versicherungsnehmer ist der AG, versicherte Person und Bezugsberechtigter im Erlebensfall der Arbeitnehmer. Beiträge fließen direkt vom Bruttogehalt an die Versicherung – 'direkt'. Steuerliche und SV-Behandlung 2026 nach § 3 Nr. 63 EStG: Beiträge sind lohnsteuerfrei bis 8 % BBG-West = 7.728 €/Jahr (644 €/Monat). Sozialversicherungsfrei bis 4 % BBG = 3.864 €/Jahr (322 €/Monat). Wer monatlich 200 € umwandelt: 200 × 12 = 2.400 €, voll steuerfrei und SV-frei. Bei 30 % Steuersatz und 20 % AN-SV-Anteil: 50 % Förderung – 200 € Umwandlung kosten netto nur ca. 100 €. AG-Pflichtzuschuss 15 %: Seit 2022 Pflicht (für alte Verträge seit 2019). 200 € Umwandlung → 30 € AG-Zuschuss → 230 € fließen in den Vertrag. Hebel: 100 € Netto-Aufwand → 230 € Vertragsbeitrag = +130 % Förderquote. Auszahlung: Frühestens mit 62 (Verträge ab 2012), als lebenslange Rente, einmalige Kapitalauszahlung (mit Fünftelregelung möglich) oder Mix. Volle nachgelagerte Besteuerung mit persönlichem Steuersatz. Krankenversicherungspflicht: Hier liegt der Pferdefuß. Gesetzlich Versicherte zahlen auf bAV-Auszahlungen den vollen KV-Beitrag (ca. 16 % inkl. Pflege) – nicht nur den AN-Anteil. Bei 1.000 € Rente: 160 € KV/PV. Seit 2020 Freibetrag 187,25 €/Monat (2025) – darüber voll beitragspflichtig. Bei Kapitalauszahlung: 1/120 der Summe gilt als monatliche 'Quasi-Rente' über 10 Jahre verteilt – also 100.000 € → 833 €/Monat × KV-Satz × 120 Monate = ca. 16.000 € KV-Belastung. Vor- und Nachteile: Vorteile: Steuer- und SV-Vorteile, AG-Zuschuss, Pfändungsschutz, einfache Handhabung, Insolvenzschutz über Pensionssicherungsverein (PSVaG). Nachteile: Volle KV-Beitragspflicht in Auszahlung (Doppelverbeitragung), inflexibel, hohe Verwaltungs-/Abschlusskosten klassischer Tarife, niedriger Garantiezins. Empfehlung: Direktversicherung lohnt fast immer, wenn AG mehr als 15 % zuschießt (oft 20–50 % möglich) UND fondsgebundener Tarif gewählt wird. Ohne nennenswerten AG-Zuschuss und mit Klassik-Tarif: Der Steuervorteil wird oft durch KV-Belastung im Alter aufgefressen. Vereinfachte Schätzung. Ohne Gewähr.

\text{Endkapital} = \sum_{k=1}^{n} (u \cdot 1{,}15) \cdot (1+i)^{n-k}

Häufige Fragen

Was ist eine Direktversicherung? +

Lebens- oder Rentenversicherungsvertrag, den der AG für den AN abschließt. Beitrag direkt aus Bruttogehalt – steuer- und SV-frei bis Höchstgrenze.

Wie hoch ist die Steuerersparnis? +

Bei 200 € Umwandlung und 30 % Grenzsteuer: 60 € Steuer + 40 € SV gespart = 100 € netto. Plus 30 € AG-Zuschuss = 230 € in Vertrag.

Was kostet die KV-Pflicht im Alter? +

Volle KV-Beitragspflicht (16 % inkl. Pflege) auf Auszahlung über 187 €/Monat Freibetrag. Kann 10–15 % der Auszahlung kosten. Großer Knackpunkt der bAV.

Direktversicherung oder ETF? +

Mit gutem AG-Zuschuss und Steuersatz: bAV. Ohne AG-Zuschuss + niedriger Steuer + langer Laufzeit: ETF oft besser (keine KV-Pflicht in Auszahlung).

Was bei Jobwechsel? +

Drei Optionen: Übertragung an neuen AG (Portabilität bis 87.984 € Übertragungswert 2025), beitragsfrei stellen, privat fortführen (eigene Beiträge danach normal versteuert).

Klassik oder fondsgebunden wählen? +

Bei Laufzeit über 15 Jahren: Fondsgebunden meist besser (Renditechance). Klassik nur 0,25 % Garantie. Tarif mit ETF-Auswahl bevorzugen.

Sind die Werte verbindlich? +

Nein – Vereinfachte Schätzung. Reale Renditen, Steuerlast und KV-Belastung variieren. Ohne Gewähr.

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