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Energie & Förderung

Kleinwindkraft fuers Eigenheim: Ertrag und Wirtschaftlichkeit

Berechne den Jahresertrag einer Klein-Windkraftanlage und ob sich die Investition an deinem Standort lohnt.

Mikro 0,5-2 kW, Klein 2-10 kW, Mittel 10-30 kW. Hauptmarkt EFH: 3-10 kW

Binnenland 3-4 m/s, Kuestennaehe 5-6 m/s, Kueste direkt 6-8 m/s. Unter 4 m/s NICHT wirtschaftlich

Inkl. Mast, Wechselrichter, Anschluss. 3.000-6.000 Euro pro kW

Vorteil Wind: laeuft auch nachts. Mit Speicher 60-80 Prozent moeglich

Ergebnis
Stromertrag pro Jahr
Wert plus Einspeisung pro Jahr
Amortisation

Erklärung

Klein-Windkraftanlagen am Eigenheim klingen attraktiv, sind aber in den meisten Faellen wirtschaftlich kritisch und genehmigungsrechtlich aufwaendig. Anders als Photovoltaik haengt der Ertrag ueberproportional vom Standort ab - die Windgeschwindigkeit geht in dritter Potenz in den Ertrag ein, weshalb wenige zehntel m/s entscheidend sind. Windgeschwindigkeit am Haus: In Deutschland sehr unterschiedlich. Binnenland-Tallagen: 2-3,5 m/s (NICHT wirtschaftlich). Mittelgebirge und offene Lagen: 3,5-4,5 m/s (grenzwertig). Norddeutsche Tiefebene und kuestennah: 4,5-6 m/s (wirtschaftlich moeglich). Direkte Kueste oder Inseln: 6-8 m/s (wirtschaftlich gut). Wichtig: Im Garten zwischen Haeusern und Baeumen ist die effektive Windgeschwindigkeit oft 50 Prozent niedriger als auf freiem Feld in derselben Region. Volllaststunden: Stark abhaengig von Windgeschwindigkeit. Ueber 5,5 m/s realistisch 1.500-2.500 Vollbenutzungsstunden. Bei 4 m/s nur 600-1.000 Stunden. Vergleich: PV erreicht typisch 950-1.100 Volllaststunden in Deutschland - ist also bei sehr guten Windstandorten unterlegen, bei mittleren Standorten ueberlegen. Anlagenklassen: Mikro-Windkraft 0,5-2 kW (Dachaufsatz, Garten-Mast), Investition 3.000-8.000 Euro - meistens unwirtschaftlich. Klein-Windkraft 3-10 kW (10-15 m hoher Mast, freistehend) Investition 15.000-50.000 Euro. Mittlere Anlagen 10-30 kW (15-25 m Mast) Investition 50.000-150.000 Euro - eher landwirtschaftlich oder gewerblich. Bauanforderungen: Anlagen ab 10 m Hoehe sind meist genehmigungspflichtig (Bauordnung Land), Abstand zu Wohngebaeuden 0,5 H bis 3 H je Bundesland (z. B. NRW 3-fache Anlagenhoehe). Schalldruckwerte beachten: TA Laerm Wohngebiet tags 55 dB, nachts 40 dB. Mast und Fundament: 2-5 m3 Beton, Genehmigung Statik. Foerderung: BAFA, KfW oder EEG-Einspeiseverguetung speziell fuer Kleinwindkraft gibt es nicht (anders als PV). Es gilt der allgemeine EEG-Tarif fuer Wind onshore (ca. 7-8 ct/kWh), aber nur bei Anlagen ueber 25 kW lohnt der Aufwand der Direktvermarktung. Praxis: Genauer Wind-Messpegel-Stand-Logger ueber 6-12 Monate vor Kauf empfohlen (500-1.500 Euro Messkosten). Wer ohne Messung kauft, riskiert Fehlinvestition. Online-Windatlanten (z. B. DWD-Windatlas) liefern Schaetzwerte, aber Mikro-Standorte (Garten zwischen Haeusern) koennen drastisch abweichen. Beispielrechnung: 5 kW Anlage, 4,5 m/s mittlere Windgeschw, 1.100 Volllaststunden gleich 5.500 kWh pro Jahr. Bei 22.000 Euro Invest und 60 Prozent Eigenverbrauch zu 35 ct plus 40 Prozent Einspeisung zu 7,94 ct ergibt 1.150 Euro Erloes pro Jahr - Amortisation 19 Jahre. Bei sehr gutem Standort (5,5 m/s, 1.500 h) waere die Amortisation 14 Jahre - aber Lebensdauer der Anlage nur 15-20 Jahre.

\text{Ertrag} = \text{kW} \cdot \text{Volllaststunden}(\text{Wind})

Häufige Fragen

Wann lohnt sich Kleinwindkraft? +

Nur bei mittleren Jahres-Windgeschwindigkeiten ueber 5 m/s in 10 m Hoehe - das gibt es vorwiegend in Norddeutschland kuestennah, an Kuesten oder auf exponierten Hoehen. Im Binnenland fast nie wirtschaftlich.

Wie hoch muss der Mast sein? +

Mindestens 10-15 m, besser 20-30 m. Faustregel: doppelt so hoch wie das umliegende Hindernis (Baum, Hausdach). Niedrigere Anlagen leiden unter Verwirbelungen, bringen 30-50 Prozent weniger Ertrag.

Was kostet eine Kleinwindanlage? +

5 kW komplett mit Mast, Wechselrichter, Steuerung und Anschluss: 18.000-35.000 Euro je nach Hersteller. Plus Genehmigung, Erdarbeiten, Stromanschluss meist 3.000-7.000 Euro extra.

Brauche ich eine Genehmigung? +

Bei Mast ueber 10 m Hoehe meist baugenehmigungspflichtig (je Bundesland). Schalldruckwerte (TA Laerm), Schattenwurf, Eiswurf-Risiko, Naturschutz und Nachbarrecht beachten. Verfahren 3-12 Monate.

Vergleich Wind vs. PV? +

PV ist in Deutschland fast immer wirtschaftlicher. Vorteile Wind: Stromproduktion auch nachts und im Winter (besser zur Lastdeckung). Nachteile: hoehere Investition, weniger Foerderung, mehr Wartung, Genehmigungsaufwand.

Was bringt Wind plus PV? +

Komplementaeres Erzeugungsprofil - Wind oft im Winter und nachts stark, PV im Sommer tags. Hoeherer Autarkiegrad mit kleinerem Speicher moeglich. Aber doppelte Investition - oft besser nur ein System gross dimensionieren.

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