Pellet-Heizkosten und Verbrauch berechnen
Wie viele Tonnen Holzpellets brauchst du pro Jahr und was kostet das? Aus Wärmebedarf und aktuellem Pelletpreis ergeben sich Verbrauch und Heizkosten.
Erklärung
Holzpellets sind genormte zylindrische Presslinge aus naturbelassenen Säge- und Holzspänen, in Deutschland nach DINplus oder ENplus A1 zertifiziert. Sie haben einen Heizwert von 4,8-4,9 kWh pro Kilogramm – also 1 kg Pellets ersetzt etwa 0,5 Liter Heizöl oder 5 kWh Erdgas. Eine Tonne Pellets liefert rund 4800 kWh nutzbare Wärme bei einem modernen Pelletkessel mit 90 % Wirkungsgrad. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 22.000 kWh Wärmebedarf bedeutet das einen Jahresbedarf von etwa 5,1 Tonnen Pellets. Bei 340 €/t Lieferung lose (typische Sammelbestellung 6 t in den Sommermonaten 2026) entspricht das knapp 1740 € Brennstoffkosten. Der Pelletpreis schwankt saisonal stark: Im Sommer/Frühherbst sind Pellets traditionell 10-15 % günstiger als im Winter, weil die Lager der Hersteller voll sind. Wer im Mai bestellt und 6 t einlagert, spart pro Saison oft 80-150 €. Lagerbedarf: Pellets schütten mit etwa 650 kg/m³, daher braucht eine Tonne rund 1,5 m³ Bruttoraum. Für 6 t Bestellung sollten 9-10 m³ Lagervolumen frei sein – ein typischer Pelletraum von 2,5 × 2,5 × 2,5 m fasst etwa 6 t. Alternativ Erdtanks oder Sacksilo für Bestandsbauten ohne idealen Lagerraum. Wirkungsgrade: Moderne Brennwertpelletkessel kommen auf 92-95 % (auf den Heizwert bezogen sogar 102-106 %, weil Kondensationswärme genutzt wird). Ältere Pelletkessel von 2005-2012 liegen bei 86-90 %, einfache Pelletöfen ohne Wassertasche oft nur bei 75-85 %. Kombination mit Pufferspeicher (typisch 1500-3000 L) ist heute Standard und verlängert die Brennzyklen, was den Wirkungsgrad nochmal um 3-5 % verbessert und Schadstoffemissionen senkt. Wirtschaftlichkeitsvergleich 2026 für 22.000 kWh Bedarf: - Heizöl: 2200 L × 1,10 € = 2420 € - Erdgas: 22.000 kWh × 0,11 € = 2420 € - Pellets: 5,1 t × 340 € = 1734 € - Wärmepumpe JAZ 4: 5500 kWh × 0,32 € = 1760 € Pellets liegen damit aktuell auf Wärmepumpen-Niveau – mit dem Vorteil, dass die Investition deutlich niedriger ist (typisch 25-30 T€ inkl. Pufferspeicher und Lager, vs. 30-40 T€ Wärmepumpe). Förderung BEG für Biomasseheizungen: 30 % Grundförderung + ggf. Klimabonus 20 %, also bis 50 % Zuschuss bei vorhandener Ölheizung. Voraussetzung: Feinstaubgrenzwert ≤ 2,5 mg/m³, was moderne Kessel mit Brennwerttechnik und elektrostatischem Filter erfüllen. Nachhaltigkeit: Pellets gelten bilanziell als CO2-neutral (das Holz hat im Wachstum so viel CO2 gebunden, wie bei der Verbrennung freigesetzt wird). Real entstehen für Trocknung, Pressung und Transport rund 23 g CO2/kWh – Faktor 9 niedriger als Erdgas. Kritischer Punkt ist Feinstaub: ein Pelletkessel ohne Filter emittiert deutlich mehr PM10 als Gas oder Wärmepumpe.
Häufige Fragen
Wie viele Pellets brauche ich pro Jahr für 140 m²? +
Bei normaler Dämmung (160 kWh/m²) und 90 % Wirkungsgrad rund 5-5,5 Tonnen pro Jahr. Sehr gut gedämmte Häuser kommen mit 2,5-3 Tonnen aus.
Was kostet eine Tonne Pellets 2026? +
Typisch 320-380 €/t lose Lieferung bei Bestellung von 6 t in der Saison Mai-September. Sackware aus dem Baumarkt ist mit 5-7 €/15 kg deutlich teurer (umgerechnet 330-470 €/t).
Wie viel kWh hat 1 kg Pellets? +
ENplus-A1-Pellets haben einen Heizwert von 4,8-4,9 kWh/kg. 1 Tonne entspricht damit ca. 4800 kWh Brennstoffenergie, nach Wirkungsgrad 4300-4500 kWh Nutzwärme.
Wie groß muss der Pellet-Lagerraum sein? +
Pro Tonne Pellets etwa 1,5 m³ Bruttoraum. Für ein EFH mit 5-6 t Jahresbedarf reichen 8-10 m³, also ein Raum von ca. 2,5 × 2,5 × 2,5 m mit Schrägboden.
Sind Pellets förderfähig nach BEG? +
Ja, Biomasseheizungen werden mit 30 % Grundförderung bezuschusst. Mit Heizungstauschbonus (bei alter Ölheizung) bis zu 50 %, mit Einkommensbonus theoretisch bis 70 %. Voraussetzung: Feinstaub ≤ 2,5 mg/m³ und solare Trinkwarmwasseranlage oder PV.
Wann sollte ich Pellets bestellen? +
Mai bis August. Im Sommer sind Preise 10-15 % unter Winterniveau, weil die Hersteller-Lager nach der Heizsaison voll sind und Liquidität freisetzen.
Sind Pellets klimaneutral? +
Bilanziell ja, real fallen für Trocknung, Pressung und Transport ca. 23 g CO2/kWh an – etwa 9× weniger als Erdgas. Kritisch ist Feinstaub: moderne Kessel mit Filter unter 2,5 mg/m³ sind unbedenklich, alte Anlagen können erheblich emittieren.