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Fassadendämmung: Kosten WDVS pro m²

Was kostet die Fassadendämmung deines Hauses? Aus Außenwandfläche und WDVS-Variante ergibt sich die Gesamtinvestition.

EFH 140 m² Wohnfläche → meist 180-240 m² Fassade

BAFA Einzelmaßnahme 15 %, mit iSFP-Bonus 20 %

Ergebnis
WDVS-Kosten Material+Arbeit
Gesamtinvestition brutto
Förderung BEG (15-20 %)
Eigenanteil nach Förderung

Erklärung

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) sind seit 1960 die Standardlösung in Deutschland für nachträgliche Außendämmung. Über 900 Mio. m² Fassade sind in Deutschland mit WDVS gedämmt. Aufbau: Auf das bestehende Mauerwerk werden Dämmplatten geklebt und gedübelt, mit Armierungsmörtel und Glasfasergewebe verspachtelt, dann Putz oder Klinker als Endbeschichtung. Kostenfaktoren bei einer Fassadensanierung: 1. Dämmsystem: Material (15-25 €/m²) + Verarbeitung (60-100 €/m²) + Putz/Endbeschichtung (25-40 €/m²) = 100-165 €/m² netto. Mineralwolle ist ca. 10-15 €/m² teurer als EPS, dafür nicht brennbar (A1 vs. B1) und schalldämmend. 2. Gerüst: 3-15 €/m² Außenwandfläche je nach Höhe. EFH zweigeschossig pauschal 2.500-4.500 €. Bei mehrgeschossigen Häusern oder Gauben mehr. 3. Anschlüsse und Details: Fensterlaibungen mit dünnerer Dämmung, neue Fensterbänke, Anschluss an Sockel mit Perimeterdämmung, Dachüberstand-Verlängerung wenn nötig, Vordächer/Geländer demontieren+remontieren. Pauschal 10-25 % Aufschlag aufs Hauptkostenfeld. 4. Vorbereitung: Alter Putz prüfen, ggf. Hochdruckreinigen, Risse sanieren, Algen-/Schimmelentfernung. 5-15 €/m². Typische Gesamtkosten EFH 200 m² Fassade: - Standard EPS 14 cm: 26.000-30.000 € + 3.000 € Gerüst = ca. 30.000 € - BEG-Niveau EPS/Mineralwolle 16 cm: 30.000-34.000 € + Gerüst = 33.000-37.000 € - Premium Mineralwolle 18-20 cm mit Strukturputz: 35.000-42.000 € Dämmstärke und U-Wert: Eine 24 cm Vollziegel-Wand (typischer Bestand 1960-1980) hat U ≈ 1,4 W/m²K. Mit 14 cm EPS WDVS: U ≈ 0,22. Mit 16 cm: U ≈ 0,19 (BEG). Mit 18 cm: U ≈ 0,17. BEG-Förderanforderung U ≤ 0,20. Material-Wahl: - EPS weiß (Standard): λ 0,035-0,040, B1 brennbar, am günstigsten. Heute meist EPS 035 (weiß) oder EPS 032 (grau, mit Graphit, deutlich besser bei gleicher Dicke). - Mineralwolle (Steinwolle): λ 0,035-0,040, A1 nicht brennbar, schalldämmend. Aufpreis 10-20 %. Pflicht bei Hochhäusern (>22 m). Aus Brandschutz-Sicht im EFH oft sinnvoll. - Holzfaser: λ 0,040-0,050, ökologisch, sommerlicher Hitzeschutz, diffusionsoffen. Aufpreis 30-50 %. - PUR/PIR: λ 0,025, dünner möglich. Aufpreis 30 %, eher selten an Fassaden eingesetzt. - Vakuumdämmplatten VIP: λ 0,007, extrem dünn (nur 3-5 cm für BEG-Niveau). Sehr teuer, mechanische Empfindlichkeit, eher in Sonderfällen (Stadthäuser ohne Platz). Vorgehängte Hinterlüftete Fassade (VHF): Alternative zum WDVS. Tragkonstruktion aus Aluminium oder Holz, Dämmung dahinter, Bekleidung aus Klinker, Holz, Faserzement, Metall. Optisch hochwertig, Putz ist nicht erforderlich. Kosten 200-300 €/m². Vorteile: Trennung der Funktionen Dämmung und Witterungsschutz, längere Lebensdauer (60+ Jahre vs. WDVS 40-50 Jahre), bessere Hinterlüftung. Förderung BEG: BAFA Einzelmaßnahme 15 %, mit iSFP-Bonus +5 % = 20 %. Maximum 30.000 € pro Wohneinheit/Jahr (60.000 € mit iSFP). Bei Komplettsanierung Effizienzhaus 70/55/40 EE über KfW 261 mit Tilgungszuschuss bis 25 %. Wichtig: Schimmel-Risiko bei Teildämmung. Wenn nur die Wetterseite gedämmt wird, kondensiert die Feuchte an den ungedämmten Seiten verstärkt → Schimmel innen. Empfehlung: alle 4 Außenseiten oder gar nicht. Wärmebrücken: Anschlüsse an Fenster, Rollladenkasten, Balkon (auskragende Stahlbetonplatte) und Sockel müssen sorgfältig geplant werden. Schaumglas oder Iso-Korbelemente bei Balkonen. Energieberater-Begleitung lohnt sich. Bauwerk- und Brandschutz: Bei Häusern höher 7 m oder geringer Abstand zu Nachbargebäuden gelten zusätzliche Anforderungen (z.B. Brandriegel aus Mineralwolle alle 2 Geschosse bei EPS).

K = A_{\text{Fassade}} \times p_{\text{WDVS}} + K_{\text{Gerüst}}

Häufige Fragen

Was kostet WDVS pro m²? +

Standard EPS 14 cm: 130-150 €/m² inkl. Putz, ohne Gerüst. Mineralwolle 16-18 cm: 150-180 €/m². Mit Gerüst und Anschlussarbeiten +10-20 €/m².

Welche Dämmstärke für Fassade? +

GEG-Pflicht bei Sanierung: U ≤ 0,24 W/m²K, also ca. 12-14 cm. BEG-Förderniveau: U ≤ 0,20, also 14-16 cm Mineralwolle/EPS. KfW-40-Niveau: 18-22 cm.

Mineralwolle oder EPS für die Fassade? +

EPS ist günstiger und einfacher zu verarbeiten (B1 brennbar). Mineralwolle ist teurer (+10-20 %), aber A1 nicht brennbar und schalldämmend. Bei Häusern höher 7 m oft Mineralwolle empfohlen.

Wann lohnt sich Fassadendämmung wirtschaftlich? +

Reine Cash-Flow-Amortisation 20-30 Jahre. Mit Wertsteigerung der Immobilie (5-10 %) und niedrigerer Vorlauftemperatur für Wärmepumpe oft 10-15 Jahre. Plus: Komfort, Schimmelschutz, Schallschutz.

Brauche ich Genehmigung für Fassadendämmung? +

In der Regel nicht – meist verfahrensfrei. Vorsicht bei Denkmalschutz (Genehmigung) und bei Überschreitung von Nachbargrenzen (78 GG): Bis 25 cm Dämmstärke darf an die Nachbargrenze gedämmt werden, sofern keine Beeinträchtigung.

Welche Förderung gibt es? +

BEG-Einzelmaßnahme 15 % BAFA + 5 % iSFP-Bonus = 20 %. Max 30.000 €/WE/Jahr (60.000 € mit iSFP). Alternativ § 35c EStG 20 % über 3 Jahre. Bei Effizienzhaus-Sanierung KfW 261 mit Tilgungszuschuss.

Wie lange hält ein WDVS? +

Bei korrekter Ausführung 40-50 Jahre. Putz muss alle 15-20 Jahre erneuert werden, das Dämmsystem dahinter bleibt funktionsfähig. Vorgehängte hinterlüftete Fassaden 60+ Jahre, aber höhere Investition.

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