PV-Eigenverbrauch mit Batteriespeicher berechnen
Berechne, wie sich deine Eigenverbrauchsquote durch einen Batteriespeicher veraendert - und wie viel Strom du tatsaechlich aus eigener Erzeugung nutzt.
Erklärung
Die Eigenverbrauchsquote ist der prozentuale Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du im eigenen Haushalt direkt verbrauchst - statt ihn ins Netz einzuspeisen. Sie ist DIE entscheidende Wirtschaftlichkeitskennzahl einer PV-Anlage, weil eingesparter Netzstrom mit ca. 30-38 ct/kWh deutlich mehr wert ist als die Einspeiseverguetung von ca. 8 ct/kWh. Faktoren fuer die Eigenverbrauchsquote: Anlagengroesse im Verhaeltnis zum Verbrauch (groesser = mehr Ueberschuss = niedrigere Quote), Lastprofil (Heimarbeiter und Familien haben hoeheren Eigenverbrauch als Berufstaetige tagsueber abwesend), Sektorkopplung (Waermepumpe, Wallbox, Pool steigern den Eigenverbrauch), und vor allem: Batteriespeicher. Eigenverbrauchsquote ohne Speicher: typisch 25-35 Prozent. Tagsueber laeuft der Strom ins Netz (Sonnenuntergang ist nach Mittag, Verbrauchsspitze Haushalt ist morgens und abends). Eine 10 kWp Anlage produziert um Mittag 8-9 kW Spitzenleistung, aber der Haushalt braucht nur 0,5-1 kW. Eigenverbrauchsquote mit Speicher: typisch 50-80 Prozent. Der Speicher faengt die Mittagsspitzen auf und liefert abends bis Mitternacht Strom aus dem Akku. Faustregel Speicherdimensionierung: 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch oder pro kWp PV-Anlage. Beispiel: 4.500 kWh Verbrauch und 10 kWp PV - sinnvoller Speicher 5-10 kWh. Groesserer Speicher bringt nur noch geringen Zusatznutzen (degressiv). Autarkiegrad: Anteil des Gesamtverbrauchs, den die PV deckt. Auch ohne Speicher 20-35 Prozent, mit gut dimensioniertem Speicher 60-75 Prozent. 100 Prozent Autarkie ist im Winter kaum erreichbar (kurze Tage, schwache Sonne) ohne saisonalen Speicher. Speicher-Wirtschaftlichkeit: Aktuelle Lithium-Speicher kosten 800-1.200 Euro pro kWh installiert. Bei 10.000 Euro fuer 8 kWh Speicher und Mehrertrag von 600-900 Euro pro Jahr (durch hoeheren Eigenverbrauch) Amortisation 11-17 Jahre. Bei steigenden Strompreisen verbessert sich das Bild. Lebensdauer Speicher: 6.000-10.000 Vollzyklen oder 15-20 Jahre. Optimierung: Smart-Meter-Steuerung fuer Waermepumpe oder Wallbox koppelt Lasten an PV-Erzeugung und steigert die Eigenverbrauchsquote weiter. Hinweis: Diese Berechnung ist ein Schaetzwert. Reale Werte schwanken durch Lastprofil, Wetter, Verschattung und Steuerstrategie um plus/minus 10 Prozent.
Häufige Fragen
Wie gross sollte der Speicher sein? +
Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch oder pro kWp PV-Anlage. Bei 4.500 kWh Verbrauch ein 5-8 kWh Speicher. Groessere Speicher bringen kaum Mehrertrag (degressiver Nutzen).
Was ist der Unterschied Eigenverbrauchsquote vs. Autarkie? +
Eigenverbrauchsquote: Wie viel des PV-Stroms wird selbst genutzt (statt eingespeist). Autarkie: Wie viel des Gesamtstrombedarfs wird durch PV gedeckt (statt aus Netz). Beide werden durch Speicher hoeher.
Lohnt sich ein groesserer Speicher? +
Wirtschaftlich oft nicht - der Mehrertrag durch hoeheren Eigenverbrauch ist degressiv. Ein 15 kWh Speicher fuer 4.500 kWh Verbrauch ist meist ueberdimensioniert. Geld besser in Waermepumpe oder Wallbox investieren.
Wie hoch ist die Eigenverbrauchsquote ohne Speicher? +
Typisch 25-35 Prozent bei Standardlastprofil. Hoeher bei Homeoffice oder mit Waermepumpe (40-50 Prozent). Niedriger bei Berufstaetigen-Doppelverdiener-Haushalten ohne Tagesnutzung (20-25 Prozent).
Steigert eine Wallbox den Eigenverbrauch? +
Stark - bei taeglich morgens-abends Laden ist der Effekt gering, mit PV-Ueberschussladen jedoch enorm. 11 kW Wallbox kann bei Mittagsladen 3-6 kWh PV-Strom direkt ins Auto bringen, Eigenverbrauchsquote steigt um 10-20 Punkte.
Wie alt werden Batteriespeicher? +
Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LiFePO4): 6.000-10.000 Vollzyklen oder 15-20 Jahre. Garantie meist 10 Jahre auf 80 Prozent Restkapazitaet. Aeltere NMC-Lithiums: 5.000-7.000 Zyklen, 10-15 Jahre.