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Energie & Förderung

Dachflaeche in kWp umrechnen: Wie viel PV passt aufs Dach?

Berechne, wie viel kWp Photovoltaik auf deine Dachflaeche passt - und wie viel Strom du damit pro Jahr produzierst.

Eine Dachseite (z. B. 10 m breit, 8 m hoch). Sued-Dach am wichtigsten

Norden 850, Mitte 950, Sueden 1.050. Ohne Verschattung

Standardflach: 90 Prozent, mit Dachfenster und Schornstein 70-85 Prozent

Ergebnis
Maximale PV-Leistung
Erwarteter Jahresertrag
Anzahl Module (430 Wp)

Erklärung

Wer eine PV-Anlage plant, muss zuerst wissen wie viel kWp auf das Dach passen - das bestimmt Investitionsvolumen, Stromertrag und Eigenverbrauchsmoeglichkeiten. Faustregel 2026: Pro Quadratmeter Dachflaeche koennen 180-220 Watt-Peak (Wp) installiert werden. Hochleistungsmodule (TopCon, HJT, Bifazial) liegen bei 200-220 Wp pro m2, Standard-PERC-Module bei 180-200 Wp. Konkret: Ein modernes 430-Wp-Modul ist ca. 1,72 m mal 1,13 m gross gleich 1,94 m2 - das macht 222 Wp pro m2. Brutto- vs. Netto-Dachflaeche: Brutto ist die geometrische Dachflaeche (Sparrenlaenge mal Dachbreite). Netto ist die tatsaechlich belegbare Flaeche. Abzuege: Dachfenster, Schornstein, Antenne, Lueftung, Sicherheitsabstand zum Dachrand (50 cm), Abstandsflaechen zwischen Modulreihen (bei Flachdaechern). Realistisch nutzbar: Schraegdach mit normaler Bestueckung 80-90 Prozent, Schraegdach mit Dachfenster und Schornstein 65-80 Prozent, Flachdach mit Aufstaenderung 30-50 Prozent (wegen Reihenabstand fuer Selbstverschattung). Beispiel Standard-EFH: Sued-Dachseite 8 m breit mal 10 m Sparrenlaenge gleich 80 m2 brutto. Mit 80 Prozent Nutzbarkeit gleich 64 m2 netto. Bei 200 Wp pro m2 ergibt das 12,8 kWp. Modulanzahl: 64 m2 geteilt durch 1,94 m2 pro Modul gleich 33 Module a 430 Wp gleich 14,2 kWp - kann je nach Hersteller leicht variieren. Ertragsabschaetzung: Ausrichtung Sued 100 Prozent, Ost oder West je 80 Prozent, Nord 60 Prozent. Neigung 25-35 Grad optimal (100 Prozent), Flach minus 10 Prozent, Steil ueber 50 Grad minus 12 Prozent. Verschattung mindert stark - Baeume oder Nachbargebaeude koennen 20-50 Prozent Mindertrag verursachen. Standort: Schleswig-Holstein 850-900 kWh pro kWp und Jahr, Bayern und Baden-Wuerttemberg 1.000-1.100 kWh pro kWp. Ost-West-Belegung: Bei Sued-Daechern wird man eine Dachseite voll belegen. Bei Ost-West-Daechern (sehr verbreitet) kann man beide Seiten belegen - dann verteilt sich die Erzeugung gleichmaessiger ueber den Tag (besseres Eigenverbrauchsprofil), aber pro kWp etwa 8-12 Prozent weniger Jahresertrag. Wirtschaftlich oft trotzdem besser. Belegungsstrategien: Sued-Dach komplett belegen (maximaler Ertrag), Ost und West kombinieren (besser fuers Eigenverbrauchsprofil), Sued mit Anteilsverschattung lieber komplett mit Optimierern oder Modulwechselrichter (Tigo, SolarEdge, Hoymiles MI - jedes Modul individuell). Bei Eigenheimen ist meist 30 kWp die Foerderschwelle: bis 30 kWp gilt MwSt-Nullsatz und Einkommensteuerbefreiung. Darueber Vorteile geringer.

\text{kWp} = \text{m}^2_\text{nutzbar} \cdot 0{,}20

Häufige Fragen

Wie viel kWp pro m2 Dachflaeche? +

Aktuell 0,18-0,22 kWp pro m2 mit modernen Modulen. Faustregel: pro 5-6 m2 ein Modul a 430 Wp. Ein 80 m2 Sued-Dach passt 12-15 kWp.

Wie wirkt sich Dachneigung aus? +

Optimal 25-35 Grad in Deutschland. Flachdach minus 10 Prozent (durch Aufstaenderung kompensierbar). Steildach ueber 50 Grad minus 12 Prozent. Aber: Selbstreinigung besser bei steileren Daechern.

Lohnt sich Nord-Dach? +

Selten - 40 Prozent weniger Ertrag als Sued. Nur bei sehr grossen Daechern oder wenn Sued nicht verfuegbar (z. B. Denkmalschutz). Ost-West-Anlagen sind meist besser als reine Nord-Belegung.

Was ist die 30-kWp-Grenze? +

Bis 30 kWp installierte Leistung gilt MwSt-Nullsatz beim Kauf, Einkommensteuerbefreiung der Ertraege, vereinfachte Steuermeldung. Darueber gelten regulaere Steuerregeln, Pflicht zur Direktvermarktung ueber 100 kWp.

Wie wird die Modulanzahl bestimmt? +

Dachflaeche durch Modulflaeche (1,94 m2 fuer 430 Wp). Bei 80 m2 Brutto und 80 Prozent Nutzung: 64 m2 durch 1,94 m2 gleich 33 Module a 430 Wp gleich 14,2 kWp. Wechselrichter darf 80-100 Prozent der Modulleistung haben.

Was, wenn das Dach verschattet ist? +

Bei Verschattung durch Baum, Schornstein oder Antenne lieber Optimierer (Tigo, SolarEdge) oder Modulwechselrichter (Hoymiles, APsystems) verwenden - dann faellt nur das verschattete Modul aus, nicht der ganze String.

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