Kapitallebensversicherung: tatsächliche Rendite berechnen
Berechne die effektive Rendite deiner Kapitallebensversicherung 2026 – nach Abschluss-/Verwaltungskosten und Steuern.
Erklärung
Die Kapitallebensversicherung (KLV) war jahrzehntelang das Standardprodukt der deutschen Altersvorsorge. Heute lohnt sie sich nur noch in seltenen Fällen. Funktionsweise: Der Beitrag wird in einen Sparanteil und einen Risikoanteil (Todesfallschutz) aufgeteilt. Der Sparanteil wird mit dem Garantiezins (2026: 0,25 %) verzinst, plus Überschussbeteiligung (variabel, je Versicherer 1,5–3 %). Bei Tod erhält der Bezugsberechtigte mindestens die Versicherungssumme. Bei Ablauf erhält der Versicherte das angesparte Kapital plus Überschüsse. Steuerlich: Verträge ab 2005: Kapitalauszahlung wird halb steuerpflichtig (Halbeinkünfteverfahren), wenn Vertragslaufzeit mind. 12 Jahre und Auszahlung ab 60 (Verträge ab 2012: ab 62). Verträge vor 2005: Steuerfrei nach 12 Jahren Laufzeit und 5 Jahre Beitragszahlung – sind aber inzwischen alle Auslaufprodukte. Effektivkostenquote (ECR): Wichtigste Kennzahl, gibt an, wie viel Rendite p.a. durch Kosten verloren geht. Klassiker-LV oft 1,8–3 % p.a. Bei 5 % Bruttorendite bleibt also nur 2–3,2 % netto. Beispiel-Rechnung: 200 €/Monat × 30 Jahre = 72.000 € Beitragssumme. Bei 95.000 € Ablaufleistung: Rendite ca. 1,7 % p.a. Real (nach Inflation 2 %): negativ. Probleme der LV 2026: 1) Niedriger Garantiezins (0,25 %) reicht nicht für Inflation. 2) Hohe Abschlusskosten (Zillmerung – komplette Provision in den ersten 5 Jahren) führen zu negativem Rückkaufwert in der Anfangsphase. 3) Versicherer haben Probleme, hohe Garantieversprechen alter Verträge zu erfüllen, leiten Versicherte in Run-Off-Bestände um. Was tun mit bestehender LV? Optionen: Halten bis Ablauf (oft besser als kündigen), beitragsfrei stellen (kein neues Geld rein, alte Verzinsung läuft weiter), Verkauf an Zweitmarktankäufer (oft 5–10 % über Rückkaufswert), Widerruf prüfen (bei fehlerhafter Belehrung Ewigkeitswiderruf möglich, dann Rückzahlung mit Zinsen). Neuabschluss 2026: In den meisten Fällen besser ein günstiger ETF-Sparplan + Risikolebensversicherung getrennt. Vereinfachte Schätzung. Tatsächliche Vertragskonditionen variieren stark. Ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Lohnt sich Kapitallebensversicherung 2026? +
In den meisten Fällen nein. Niedriger Garantiezins (0,25 %), hohe Kosten, schlechte Renditen. ETF + Risikolebensversicherung getrennt ist meist besser.
Wie hoch ist die echte Rendite? +
Nach Kosten oft 0,5–2,5 % p.a. brutto. Real (nach Inflation) häufig negativ. Effektivkostenquote (ECR) im Versicherungsprospekt prüfen.
Was ist Zillmerung? +
Verteilung der Abschlusskosten (Provision) auf die ersten 5 Jahre. Folge: In den ersten Jahren ist der Rückkaufswert weit unter den eingezahlten Beiträgen. Verbraucherfeindlich.
Soll ich meine alte LV kündigen? +
Selten sinnvoll. Stattdessen: Beitragsfrei stellen (alter Garantiezins läuft weiter, oft 4 % bei Verträgen vor 2000) oder bis zum Ablauf halten.
Wie wird die Auszahlung versteuert? +
Verträge ab 2005: Erträge zur Hälfte mit persönlichem Steuersatz. Verträge vor 2005: meist steuerfrei nach 12 Jahren. Voraussetzung: Auszahlung ab 60/62.
Was tun bei finanzieller Notlage? +
Erst beitragsfrei stellen. Dann ggf. Stundung mit Versicherer. Erst wenn nichts hilft: Verkauf am Zweitmarkt (oft +5–10 % über Rückkaufswert) oder kündigen.
Sind die Werte verbindlich? +
Nein – Vereinfachte Schätzung. Reale Kostenstrukturen, Überschüsse und Steuerlast individuell. Ohne Gewähr.