ET-Rechner nach Naegele: Voraussichtlicher Geburtstermin
Wann kommt mein Baby? Die Naegele-Regel berechnet den voraussichtlichen Geburtstermin aus der letzten Periode – plus 280 Tage, mit Anpassung für deinen Zyklus.
Erklärung
Die Naegele-Regel wurde 1812 vom Heidelberger Gynäkologen Franz Karl Naegele formuliert: Erster Tag der letzten Periode plus 7 Tage minus 3 Monate plus 1 Jahr. Das ergibt den voraussichtlichen Geburtstermin (ET). Mathematisch entspricht das LMP plus 280 Tagen oder 40 Wochen. Voraussetzung: 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am Tag 14. Bei abweichender Zykluslänge wird angepasst – pro Tag längerer Zyklus 1 Tag später. Beispiel: LMP 1. März 2024, Zyklus 28 Tage. ET = 6. Dezember 2024. Bei 32-Tage-Zyklus wäre ET 4 Tage später, also 10. Dezember. Genauigkeit der Naegele-Regel: Nur etwa 5 Prozent aller Babys kommen exakt am ET. 60 Prozent kommen in einem 14-Tage-Fenster (+/- 7 Tage um den ET). 95 Prozent kommen zwischen SSW 37+0 und 42+0. Erstgebärende statistisch 1-3 Tage später als ET, Mehrgebärende näher am ET. Korrektur durch Ultraschall: Beim ersten Ultraschall in SSW 6-9 misst der Frauenarzt die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Embryos. Daraus wird der präziseste ET berechnet (Genauigkeit +/- 5-7 Tage). Bei Abweichung über 7 Tage zur Naegele-Berechnung wird der Ultraschall-ET übernommen. Der Mutterpass enthält den finalen ET. Wichtige Fenster: SSW 37+0 = ab hier reif, keine Frühgeburt mehr. SSW 39+0 = optimaler Zeitpunkt bei elektiven Kaiserschnitten. SSW 40+0 = errechneter Termin. SSW 41+0 = leichte Übertragung, häufigere Kontrollen. SSW 42+0 = Geburtseinleitung empfohlen (erhöhtes Risiko für Plazenta-Insuffizienz). SSW 24+0 = frühestmögliche Lebensfähigkeit mit intensivmedizinischer Versorgung. Häufige Fragen: 1. Wann sollte ich Termine in der Klinik machen? Geburtsklinik-Anmeldung optimal SSW 28-32. Hebammen-Suche idealerweise SSW 6-12 (Hebammen sind oft Monate ausgebucht). 2. Mutterschutz: 6 Wochen vor ET beginnt der Mutterschutz, 8 Wochen danach (12 bei Frühgeburt oder Mehrlingsgeburt). 3. Sterntaufe: Tag der Geburt zählt als 1. Lebenstag. SSW 40+0 = 280 Tage post-LMP. Quellen: Naegele FK 1812, DEGUM-Leitlinie 2018, ACOG Practice Bulletin 2014, S2k-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin. Frauenarzt/Hebamme maßgeblich. Keine medizinische Diagnose. Bei gesundheitlichen Bedenken Arzt konsultieren. Schätzung ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Wie genau ist der berechnete Geburtstermin? +
Nur 5 Prozent aller Babys kommen exakt am ET. 60 Prozent kommen in einem 14-Tage-Fenster (+/- 7 Tage). 95 Prozent zwischen SSW 37+0 und 42+0. Der Naegele-ET ist also eine Orientierung. Frühe Ultraschall-Vermessung in SSW 6-9 ist genauer (+/- 5-7 Tage).
Was passiert, wenn mein Zyklus nicht 28 Tage hat? +
Anpassung: Pro Tag längerer Zyklus 1 Tag später, pro Tag kürzerer Zyklus 1 Tag früher. Bei 32-Tage-Zyklus ist der ET 4 Tage später als nach Standard-Naegele. Bei sehr unregelmäßigen Zyklen ist der Ultraschall-ET zuverlässiger als die LMP-Berechnung.
Was ist, wenn ich nach dem ET noch nicht entbinde? +
Bis SSW 41+0 normale Vorsorge mit häufigeren Kontrollen (CTG, Ultraschall, Fruchtwassermenge). Ab SSW 41+0 engmaschige Überwachung alle 2-3 Tage. Ab SSW 42+0 wird Geburtseinleitung empfohlen wegen erhöhtem Risiko für Plazenta-Insuffizienz und Sauerstoffunterversorgung des Babys.
Wann beginnt der Mutterschutz? +
6 Wochen vor dem ET (errechneter Termin). Berechnung: Naegele-ET minus 6 Wochen. Bei Frühgeburt oder Mehrlingen verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt von 8 auf 12 Wochen. Frühestmöglicher Beginn: SSW 34+0. Während Mutterschutz volles Gehalt vom Arbeitgeber + Krankenkasse.
Sollte ich auf das Ultraschall-Datum oder Naegele hören? +
Bei Abweichung über 7 Tage zwischen Naegele und Ultraschall (SSL-Messung in SSW 6-9) wird in der Regel der Ultraschall-ET übernommen. Bei kleineren Abweichungen Naegele. Der finale ET steht im Mutterpass. Bei IVF-Schwangerschaften wird ab Punktion gerechnet (genauester Wert).
Was ist eine Übertragung? +
Schwangerschaftsdauer über 42+0 Wochen. Risiken steigen: Plazenta altert, Fruchtwassermenge sinkt, Baby kann unter Sauerstoffmangel leiden. Daher wird ab SSW 41+0 engmaschig kontrolliert (alle 2-3 Tage CTG/Ultraschall) und ab SSW 42+0 Geburtseinleitung empfohlen. Die Mehrheit gebiert spontan vor SSW 42+0.