ABSI-Rechner: Body Shape Index als BMI-Alternative
Der ABSI (A Body Shape Index) ist die wissenschaftliche Antwort auf die BMI-Schwäche bei Bauchfett. Er wurde 2012 entwickelt und sagt Sterblichkeit besser voraus als BMI.
Erklärung
Der A Body Shape Index (ABSI) wurde 2012 von Nir Krakauer und Jesse Krakauer in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht. Hintergrund: Der BMI hat eine bekannte Schwäche – er unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse und nicht zwischen verschiedenen Fettverteilungen. Ein normalgewichtiger Mensch (BMI 22) mit hohem Bauchfettanteil (TOFI – Thin Outside, Fat Inside) hat ein deutlich erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitiges Sterben – wird aber vom BMI nicht erfasst. ABSI kombiniert Taillenumfang, BMI und Körpergröße zu einem einzelnen Wert. Die Formel: ABSI = Taille (m) / (BMI^(2/3) × Wurzel(Größe in m)). Sie ist mathematisch so konstruiert, dass sie unabhängig von BMI und Größe ist und nur die abdominale Fettverteilung misst. Krakauers Studie an über 14.000 US-Amerikanern (NHANES 1999-2004) zeigte: ABSI sagt vorzeitiges Sterben über alle Ursachen besser voraus als BMI oder Taillenumfang allein. Spätere Studien (UK Biobank, EPIC) bestätigten das. Z-Score-Bewertung: ABSI-Werte schwanken stark mit Alter und Geschlecht. Daher wird ein Z-Score berechnet (Abweichung vom Altersmittel in Standardabweichungen). Z-Score unter -0,87: sehr niedriges Risiko. -0,87 bis -0,27: niedrig. -0,27 bis 0,23: durchschnittlich. 0,23 bis 0,80: hoch. Über 0,80: sehr hoch. Ein normaler BMI mit hohem ABSI-Z-Score bedeutet TOFI – schlank aussehend, aber innen dick (viel viszerales Bauchfett). Praktische Anwendung: ABSI ist kein Ersatz für BMI, sondern eine Ergänzung. Die Kombination von BMI und ABSI ist besonders aussagekräftig: Normaler BMI + hoher ABSI = TOFI, schlank aussehend aber metabolisch gefährdet, brauchen Lebensstil-Änderungen. Hoher BMI + niedriger ABSI = oft Sportler/Muskelmasse, geringeres Risiko trotz Übergewicht. Wer beides hoch hat, hat das höchste Risiko. Lebensstil-Maßnahmen zur Senkung des ABSI: Wie bei Bauchfett-Reduktion: Kaloriendefizit, mediterrane oder DASH-Ernährung, Krafttraining (besonders Beine, Rumpf), Ausdauertraining, weniger Zucker und Alkohol, ausreichend Schlaf, Stressmanagement (Cortisol fördert viszerales Fett). Spot Reduction (gezielte Bauchübungen) bringt nichts. Einschränkungen: ABSI ist neu und noch nicht in allen Praxen etabliert. WHO und ESC haben ihn noch nicht offiziell übernommen. Für klinische Entscheidungen ist Taille-Hüfte-Verhältnis (WHR) etablierter. ABSI eignet sich gut als zusätzlicher Marker, besonders bei normalgewichtigen Menschen mit Verdacht auf TOFI. Quellen: Krakauer NY, Krakauer JC PLOS ONE 2012, Christakoudi UK Biobank 2020, Krakauer Updated Analyses 2014. Keine medizinische Diagnose. Bei gesundheitlichen Bedenken Arzt konsultieren. Schätzung ohne Gewähr.
Häufige Fragen
Was ist ABSI? +
A Body Shape Index – ein 2012 entwickelter Risiko-Marker, der Taillenumfang, BMI und Körpergröße kombiniert. Er ist mathematisch so konstruiert, dass er unabhängig von Größe und BMI ist und nur die abdominale Fettverteilung misst. Krakauer-Studien zeigen: ABSI sagt vorzeitiges Sterben besser voraus als BMI allein.
Was ist TOFI? +
Thin Outside, Fat Inside – Menschen mit normalem BMI aber viel viszeralem Bauchfett. Sehen schlank aus, haben aber erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2, Herzinfarkt, Schlaganfall. Der BMI erkennt diese Personen nicht. ABSI dagegen schon: hoher ABSI-Z-Score bei normalem BMI ist klassisches TOFI-Muster. Häufig bei Bürojobs, ungesunder Ernährung trotz Schlankheit.
Ist ABSI besser als BMI? +
Nicht 'besser', sondern ergänzend. BMI ist gut für Übergewicht-Screening in der Bevölkerung. ABSI erkennt das spezifische Risiko durch Bauchfett. Optimale Kombination: BMI + ABSI + Taillenumfang gibt das vollständigste Bild. Viele Studien empfehlen, BMI nicht zu ersetzen, sondern um ABSI oder Taille-Hüfte-Verhältnis zu ergänzen.
Welche ABSI-Werte sind normal? +
Mittelwert beim Mann etwa 0,081, Frau 0,079. Die absolute Zahl ist schwer zu interpretieren. Aussagekräftig ist der Z-Score (Abweichung vom Altersmittel). Z-Score über 0,8 = sehr hohes Risiko, unter -0,87 = sehr niedriges Risiko. Ähnlich wie bei Cholesterin oder Blutzucker: nicht der Absolutwert, sondern die Abweichung vom Norm-Bereich zählt.
Wie senke ich meinen ABSI? +
Bauchfett reduzieren: 1) Moderates Kaloriendefizit 300-500 kcal/Tag, 2) Mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und wenig Zucker, 3) Krafttraining 3x/Woche (besonders Beine, Rumpf), 4) Ausdauertraining 3-5x/Woche, 5) ausreichend Schlaf 7-9h, 6) Stressmanagement (Cortisol fördert Bauchfett), 7) Alkohol reduzieren. Spot Reduction (Sit-ups) bringt nichts.
Verwenden Ärzte ABSI in der Praxis? +
Bisher selten, weil neu (2012) und nicht in offiziellen WHO/ESC-Leitlinien. Etablierter ist das Taille-Hüfte-Verhältnis (WHR) oder Taille-Größe-Verhältnis (Taille unter halber Körpergröße). ABSI hat aber stärkere Evidenz für Sterberisiko-Vorhersage. In Forschung verbreitet, in Praxis im Aufbau. Sinnvoll als Zusatzmarker bei normalem BMI mit viszeralem Fett-Verdacht.